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Die Physiker

Autor:
Friedrich Dürrenmatt

Aufführungstermine:
05.03.2005
Markuskirche, Düsseldorf 12. + 13.03.2005
Joachim-Neander-Haus, Erkrath
09.04.2005
Kirchengemeinde Overath

Weitere Infos zum Projekt:

Fräulein Dr. h. c. Dr. med. Mathilde von Zahnd, Leiterin des privaten Nervensanatoriums „Les Cerisiers“, hat drei besonders interessante Patienten, die alle eines gemeinsam haben: Sie halten sich für Physiker. Ernst Heinrich Ernesti, der glaubt er sei Albert Einstein, Herbert Georg Beutler alias „Sir Isaac Newton“, und der unscheinbare – einzig echte Physiker - Johann Wilhelm Möbius, welcher sich einbildet, ihm erscheine König Salomo, um ihm das „System aller möglichen Erfindungen“ zu diktieren. Doch innerhalb kurzer Zeit werden zwei Krankenschwestern ohne erkennbares Motiv umgebracht. Die Täter: Beutler und Ernesti, welche jedoch aufgrund ihrer psychischen Krankheit nicht straffähig sind. Wenig später bringt auch Möbius eine Krankenschwester um und erklärt seinen Zimmernachbarn den wahren Grund: Vor zehn Jahren entdeckte er physikalische Gesetze, die – einmal in den falschen Händen – den Untergang der Menschheit zur Folge hätten. Um dies zu verhindern, erfand er seine Nervenkrankheit, gab vor, ihm erscheine der König Salomo und kam auf diesem Weg nach „Les Cerisiers“, wo er weiter forschen konnte, ohne dass seine Entdeckungen ernst genommen würden. Jedoch begann eine der Krankenschwestern allmählich, an Möbius’ Nervenkrankheit zu zweifeln. Die Gefahr, dass seine Arbeiten nun doch an die Öffentlichkeit gelangen könnten, trieb ihn zum Mord. Doch auch die anderen beiden Patienten, Beutler und Ernesti, sind keineswegs, was sie vorgeben zu sein: Beide sind tatsächlich Physiker, die für verfeindete Geheimdienste arbeiten und Möbius’Genialität entdeckten.

Unter dem Deckmantel der Verrücktheit konnten sie sich – unabhängig voneinander und ohne zu wissen, wer der jeweils andere wirklich ist - in das selbe Sanatorium einschleusen, um Möbius bei passender Gelegenheit dazu zu „bewegen“, aus der Anstalt zu fliehen und ihr Land aufzusuchen. Wird sich Möbius für einen der Agenten entscheiden, um endlich sein „Gefängnis“ wieder verlassen zu können, in welches er sich selbst brachte? Doch damit würde er seine Entdeckungen preisgeben müssen, und der Untergang der Welt stünde vielleicht bevor... Geschrieben wurde „Die Physiker“ 1961, die Uraufführung mit Therese Giehse in der Rolle der Irrenärztin Dr. Mathilde von Zahnd konnten Besucher des Züricher Schauspielhauses am 20. Februar 1962 erleben. „Die Physiker“ entstand also während des Kalten Krieges. Mittels dieses Wissen sind die Geheimdienste, für welche die „Patienten“ Beutler und Ernesti arbeiten, leicht als KGB und CIA zu entlarven, die jede Möglichkeit nutzten, um den Gegner auszuspielen. Spionage und das Abwerben genialer Wissenschaftler, um einen möglichst großen militärischen Vorteil zu erzielen, waren somit wichtige Faktoren des Krieges. Doch während des gesamten Aufrüstungwettkampfes, welcher zum „atomaren Patt“ und zum „Gleichgewicht des Schreckens“ führte, wurde von vielen Wissenschaftlern> eines vergessen: Ihre Entdeckungen hatten Folgen. Folgen, die schon seit dem Ende des zweiten Weltkrieges mit den Namen Hiroshima und Nagasaki eng verbunden waren und um ein Haar eine globale Fortsetzung gefunden hätten.

Sie tragen sehrwohl Mitverantwortung für die Folgen, die ihre Entdeckungen haben.Man rufe sich nur die Kuba-Krise ins Gedächtnis, während der ein atomarer dritter Weltkrieg nicht mehr zu verhindern zu sein schien. Robert S. McNamara, damals amerikanischer Verteidigungsminister, nannte den Grund für den letztenendes guten Ausgang dieser Krise: „Wir hatten einfach nur Glück!“ Dieser Satz dokumentiert in seiner Kürze und Prägnanz auf dramatische Weise, wie nah die Welt tatsächlich am Abgrund stand. Doch war all dies nur möglich, weil zu wenige Wissenschaftler die Verantwortung sahen, die ihre Forschung mit sich brachte. Viele standen auf dem Standpunkt, dass sie nur ihre Arbeit verrichteten und Aufträge ausführten. Für die Folgen seien sie nicht verantwortlich - mit der selben Einstellung wurden Konzentrations- und Vernichtungslager geleitet! Auf diese moralisch äußerst fragwürdige Einstellung bezieht sich „Die Physiker“. Die „Komödie“, die eher eine Satire ist, beantwortet die Frage nach der Verantwortung derWissenschaftler. Der Entwickler der Kalaschnikow – handelt es sich hierbei auch nicht um einen Wissenschaftler im eigentlichen Sinne – muss ebenso mit der Verantwortung für die Tode tausender Menschen leben, wie die Entwickler des Schwarzpulvers oder der Atombombe Hätte Dürrenmatt in heutiger Zeit eine Neuauflage seines Lehrstückes geschrieben, würde es wohl eher auf die Genetik abzielen: Während sich die moderne Physik weniger mit der Entwicklung neuer Waffen beschäftigt – schon jetzt reicht das Potenzial atomarer Wafen auf der Erde aus, um diese mehrfach in die Luft zu sprengen – ist die Genetik zusehends in den Mittelpunkt moralischer Diskussionen gerückt. Die Wissenschaftler, die das Schaaf „Dolly“ klonten, werden sich ihrer Mitverantwortung nicht entziehen können, wenn eines Tages einer der schlimmsten Alpträume der Menschheit wahr und der erste Mensch geklont wird. Wie man sieht fällt es leicht, das Thema der „Physiker“ in jede menschliche Epoche zu übertragen. Somit wird dieses geniale Werk dramatischer Literatur auch in Jahrzehnten noch seine Aktualität und Brisanz bewahren.

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